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Kräftigung

Nicht jeder hat es auf mehr Ausdauer abgesehen, wenn er sich zu einem Bewegungsprogramm entscheidet. Manch einer ist eher mit seiner Figur oder seiner Haltung unzufrieden. Da gibt es gewölbte Problemzonen, wo etwas straffere Muskeln nicht schaden könnten. Viele haben Schmerzen in den Füßen und Gelenken oder der Rücken tut ihnen dauernd weh, weil sie sich entweder gar nicht oder meist falsch bewegen.

Wenn Ihnen das alles irgendwie bekannt vorkommt, sollten Sie es mit einem Kräftigungsprogramm versuchen. Aber nicht nur dann. Wenn Sie Tennis spielen, Surfen, Ski laufen, Kampfsport treiben oder eine andere Freizeitsportart betreiben, sind kräftige, funktionstüchtige Muskeln sehr wichtig.

 

Muskeln und Beanspruchung

Erinnern Sie sich noch, wie schwach auf den Beinen Sie sich fühlten, nachdem Sie einige Tage krank im Bett gelegen hatten? Hatten Sie jemals einen Gipsverband? Und saß der nicht nach zwei Wochen viel lockerer als zu Beginn? Haben Sie auch manchmal das ungute Gefühl, daß Sie im Gegensatz zu heute früher mal `Bäume ausreißen` konnten?

Hinter den Beispielen steht ein einfacher Zusammenhang. Unser Körper verfügt über ein leistungsfähiges System von Muskeln. Darunter sind große Muskeln, um z.B. schwere Dinge anzuheben und kleine, um z.B. die Finger ganz genau bewegen zu können.

Werden diese Muskeln aber nur sehr wenig benutzt, dann verlieren sie ihre Leistungsfähigkeit. Sie merken das daran, daß der erste Bauchansatz nicht mehr zu übersehen ist, Schultern nach vorne fallen, Sie es im Kreuz haben und der Tennisaufschlag auch nicht mehr so hart ist wie früher. Dieser `Abstieg` beginnt spätestens mit dem dreißigsten Lebensjahr. Besonders davon betroffen sind diejenigen Muskeln, die wir am Alltag sehr wenig beanspruchen, also Arm-, Brust- und Schultermuskeln, sowie die großen Bauchmuskeln.

Mit einem gezielten Kräftigungsprogramm läßt sich diese Entwicklung nicht nur aufhalten, sondern zu großen Teil sogar wieder rückgängig machen.

 

Muskeln und Haltung

"Geh gerade", "Laß die Schultern nicht so hängen", "Sitz aufrecht". Kennen Sie noch diese nervtötenden Ermahnungen aus der Kinderzeit? War das nur Drill oder hatten die Anweisungen auch einen Sinn? - Sie hatten!

Wie jedes Haus hat auch unser Körper eine eigene Statik. Für die Statik unseres Körpers sind die Muskeln zuständig. Sie halten das Knochengerüst sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung zusammen. Sind einzelne Muskeln nicht kräftig oder dehnfähig genug, hat das Auswirkungen auf die gesamte Statik. Dazu ein Beispiel: jemand, dessen Schultern nach vorn hängen, bekommt einen Rundrücken. Dann verkürzt sich die Brust- und Bauchmuskulatur, die Schulter- und Rückenmuskulatur wird überdehnt. Das führt nicht nur zu Verspannungen, sondern auch dazu, daß die Wirbelsäule ihre Aufgabe als `Stoßdämpfer` nicht erfüllen kann, weil sie nicht mehr in der richtigen Position ist. Nach und nach fällt die ursprüngliche Statik immer mehr in sich zusammen, und wenige Muskeln müssen das Gleichgewicht halten. Ein mühsames Geschäft, das sich immer mit Schmerzen rächt. Durch ein gezieltes Kräftigungs- und Dehnprogramm für unsere Muskeln können wir aber auch jetzt noch unsere Statik wieder in Ordnung bringen.

 

Muskeln und Figur

Während die Muskeln ihre Leistungsfähigkeit verlieren, geraten sie auch aus der Form. Das straffe Muskelgewebe wird nach und nach von Fettgewebe ersetzt. Bauch, Hüften, Po und Oberschenkelrückseite sind hierfür besonders anfällig. Übermäßige Fettpolster widersprechen nicht nur unserem Schönheitsideal, sie sind auch ungesund. Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzkreislauf Erkrankungen.

Doch es geht nicht nur um die Gesundheit. Übergewicht führt zu Bewegungsunlust, Bewegungsunlust zu Bewegungsmangel, Bewegungsmangel zu weiterem Übergewicht. Dieser Teufelskreis ist nur schwer zu durchbrechen.

Bewegung und Muskeltraining sind eine gute Möglichkeit, sich wieder ein gut proportioniertes und gesundes Äußeres zurückzuerobern. Nur eines sollten Sie bedenken, wenn Sie Ihrem Körper ständig mehr Kalorien zuführen als er benötigt, dann hilft auch das beste Bewegungsprogramm wenig. Die überschüssige Energiemenge kann der Organismus nur in Form von Fettdepots ablegen. Deshalb sollten Sie unbedingt auch an eine gesunde und ausgewogene Ernährung denken.

 

Muskeln und Gelenke

Der Bizeps beugt den Unterarm im Ellbogengelenk, der Oberschenkelmuskel streckt den Unterschenkel im Kniegelenk. Das sind nur zwei Beispiele für unzählige Bewegungen, die wir mit Hilfe unserer Muskeln in den Gelenken ausführen können. Die Muskeln haben aber noch eine weitere Aufgabe: zusammen mit Sehnen und Bändern geben sie den Gelenken Halt.

 

Muskeln und Rücken

Was für die Gelenke generell gilt, ist für den Rücken ganz besonders wichtig. Die Wirbelsäule mit ihren Wirbelkörpern und den dazwischenliegenden Bandscheiben bleibt nicht von allein in ihrer Position. Dutzende von langen und kurzen Muskeln, Sehnen und Bändern geben der Wirbelsäule ihre Stabilität. Wenn durch eine schlechte Haltung oder durch falsche Bewegungen einzelne Muskeln dauernd gedehnt, andere gar nicht beansprucht werden, so hat das zwei Auswirkungen: im günstigeren, aber auch schon unangenehmen Fall schmerzen die fehlbelasteten Muskeln. Im ungünstigeren Fall werden die Bandscheiben geschädigt. Wenn zwei benachbarte Wirbelkörper nicht mehr senkrecht übereinanderstehen, sondern leicht gekippt sind, so verteilt sich der Druck nicht mehr gleichmäßig auf die Bandscheibe. Ein kleinerer Teil der Bandscheibe muß dann den gesamten Druck aushalten. Dies führt auf die Dauer zu Schädigungen. Denn der Druck wird gerade im Bereich der Lendenwirbelsäule recht groß. Wenn Sie z.B. ein Gewicht von 10 Kg anheben, so ist die Druckbelastung im Bereich des fünften Lendenwirbels etwa 15 mal so hoch. Bei einem falsch ausgeführten Hüftwurf z.B. mit einem 75 Kg schweren Partner ergibt sich ein Gewicht von 1125 Kg (über eine Tonne!!!), welches punktförmig auf die Bandscheibe drückt.

Solche Fehlbelastungen sind keine Seltenheit. In der Regel sitzen wir falsch, bücken uns falsch und heben und tragen falsch. Also können wir uns es nicht leisten, `nichts zu Tun` bzw. `Falsch zu trainieren`.

Durch etwas Aufmerksamkeit im Alltag (wie sitze ich, wie hebe ich, wie stehe ich u.s.w.) können Sie Ihre Wirbelsäule also schon deutlich entlasten.

Durch ein zusätzliches, gezieltes Dehn- und Kräftigungsprogramm schaffen Sie dann beste Voraussetzung, um von dauernden Rückenschmerzen verschont zu bleiben und vor allem die beste Möglichkeit zur optimalen Vorbereitung für Ihren Sport zu haben.

 

Muskeln und Sport

Nun kann es ja sein, daß Sie mit ihrer Figur und Ihrer Haltung durchaus zufrieden sein können und Schmerzen in Gelenken oder Rücken für Sie eine unbekannte Größe sind. Sie spielen aber Tennis oder Fußball, laufen Ski oder surfen, wo immer eine Wasserpfütze dazu Gelegenheit gibt, treiben eine der unzähligen Budo Sportarten, dann werden Sie aus Erfahrung wissen, daß Sie hierfür viel Muskelkraft benötigen. Ein härterer Aufschlag, ein schneller Spurt zum Ball, Skifahren auf der Buckelpiste, Surfen bei stärkerem Wind, Hüftwürfe und Sprungtritte mit und am Partner - all das fällt ihnen viel leichter, wenn Sie genügend Kraft besitzen. In der Physik ist Kraft definiert als Masse mal Beschleunigung. Das heißt: immer wenn Sie eine Masse beschleunigen wollen - gleichgültig ob einen Tennisball, Ihren eigenen Körper oder Ihren Partner, brauchen Sie Kraft.

Dazu verhilft Ihnen ein Kräftigungsprogramm. Wenn dadurch auch noch Ihre Gelenke geschützt werden, so ist das ein willkommener `Zusatznutzen`.

Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten, seine Muskeln auf Vordermann zu bringen, daß für jeden sicherlich etwas dabei ist. Aber da sind auch einige wenige Einschränkungen, die Sie beachten sollten.

Bei stark erhöhtem Blutdruck ist z.B. das Hantieren mit schweren Gewichten ungünstig. Es führt zu einer großen Anspannung mit verkrampfter Atmung, so daß der Blutdruck noch weiter ansteigt. Wählen Sie lieber leichtere Übungen, die Sie dafür öfter durchführen. Auch bei Krampfadern sollten Sie hohe Anspannungen, insbesondere im Bauchbereich, vermeiden. Der Rückfluß des Blutes aus den Beinen wird dadurch nur zusätzlich erschwert.

Generell gilt die Regel vom Anfang: lassen Sie es langsam angehen. Wenn Sie nach einem Training besonders erschöpft sind, so heißt das nicht, daß Ihr Training besonders gut war. Ganz im Gegenteil: Anforderung ist gut, Überforderung sollte unbedingt vermieden werden.

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